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Beschwerdebrief der Anwohnerschaft an Politik und Verwaltung

Dieser Brief auch als pdf-Datei hier: klick


August 2009

ANWOHNER-GEMEINSCHAFT NEUER PFERDEMARKT gegen Umgestaltung!

an
-Bezirksamt Hamburg-Mitte, Amtsleiter, Markus Schreiber
– Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung, Herrn Mathe
– Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt Management des öffentlichen Raumes, Sondernutzung MR1, Herrn Peters
– CDU-Fraktion, Bezirk Hamburg-Mitte, Heinz Raube
– GAL-Fraktion, Bezirk Hamburg-Mitte, Ingolf Goritz
– SPD-Fraktion, Bezirk Hamburg-Mitte, Henriette von Enckevort
– LINKE, Bezirk Hamburg-Mitte, Bernhard Stietz-Leipnitz

Wir Anwohner vom Neuen Pferdemarkt/Beim Grünen Jäger möchten uns zu Wort melden zu Überlegungen, Planungen den Neuen Pferdemarkt umzugestalten und neu zu nutzen.

Wir sind gegen den Umbau des Parkes, gegen die Vernichtung von diesem öffentlichem Raum, Raum der eigentlich uns Bürgern zur Verfügung stehen soll – ohne irgendeinen zusätzlichen Zweck!
Keine Umnutzung für kommerzielle, kulturelle oder religiöse Interessen! Uns gefällt der Park und der Platz wie er heute ist!

Wir sind genug belastet durch den tags und nachts extrem zugenommenen Verkehr, Touristen, Szene-Gänger, Straßenmusikanten, gröhlende Betrunkene, laute Musik und Dreck verursacht von Lokalen, Konzert-Clubs, Tanz-Clubs, Straßenfesten (Wohlwillstraße, Bernstorffstraße, Beckstraße, Schulterblatt–Susannenstraße–Bartelsstraße), Besuchern von Geschäften, Dom, St. Pauli Stadium, Kultur-Häusern, Flohmärkten, Schlager-Move, Festen von Tango-Schulen, Festen vom Haus-der-Familie. Das reicht aus!

Wir wünschen uns keine vom Bezirk und Politikern erlaubten oder gesteuerten zusätzlichen Einrichtungen von Freiluft-Cafés und weiteren Straßen- oder Grill-Festen o.ä. Wir wünschen keine weiteren „Projekte“, Veranstaltungen oder anderen Nutzungen am Pferdemarkt, wie sie auch Herr Cyrus Zahedy mit der Gründung einer Interessengemeinschaft vorantreiben möchte. Wir haben die entgegengesetzten Wünsche und Ziele.

Wir bedauern die Veränderungen im Viertel hin zu einer totalen Kommerz- und Amüsiermeile. Die kulturelle Vielfalt schwindet – die gute bunte Mischung von Kultur, Musik-Clubs, Gastronomie und ansässigen Künstlern und anderen Kreativen verschwindet. Die guten und günstigen Einkaufsmöglichkeiten von traditionellen und originellen kleinen Läden verschwinden. Stattdessen gibt es immer mehr Ketten, teure Markengeschäfte, Boutiquen, noch mehr Imbisse und Lokale (zB. Mc Donalds, Adidas, T-Com). Es scheint uns ein konsum-orientierter Ausverkauf des ganzen Viertels.

Unsere Wohnqualität schwindet jeden Monat mehr. Es wird alles für noch mehr Tourismus getan, aber nichts für uns Anwohner!

MUSIK-CLUB GRÜNER JÄGER
Wir wollen kein Garten-Café auf der Wiese vom Club Grüner Jäger, der jetzt schon immer lauter wird, dessen Gäste sich jetzt schon über den Platz verbreiten. Und wir sind auch nicht an seinen angeblich „kommerzfreien Stadtteilangeboten“ interessiert. Dieser Platz verträgt weder tagsüber noch nachts weitere Freiluft-Veranstaltungen, die geplanten Veranstaltungen (laut MOPO, 30.7.09 z.B. Kochabende, Lesungen, Konzerte) entsprechen auch nicht unseren Bedürfnissen, danach befragt wurden wir nicht, wir stehen in keiner Beziehung zum Grünen Jäger.
Der Grüne Jäger ist ein Nachtclub, der durch ein Nutzungskonzept mit Stadtteil-Angeboten genehmigt wurde, diese gibt es aber nicht. Der Club hat eine große Terrasse im Hof und hat Tische auf dem Gehweg vor dem Haus. Wir wünschen auch keine weitere Ausdehnung des Musik-Clubs auf den öffentlichen Boule-Platz – nicht zum Grillen, für Liegestühle oder andere Veranstaltungen. Diesen Platz pflegt der Club angeblich, (was nicht so aussieht) weshalb er ihn kommerziell nutzen darf. Doch selbst wenn die Pflege besser wäre – wieso ist das ein Grund einem Lokal den öffentlichen Platz zu übergeben?

UMNUTZUNG DURCH BUDDHISTISCHES ZENTRUM
Wir wünschen keine Umnutzung des Parkes durch Errichten einer buddhistischen Gebets-Säule mit großflächig gepflasterten Steinen und Einzäunung durch Hecken auf diesem öffentlichen Platz (100qm !). Warum wird dies nicht auf dem Gelände des Buddhistischen Zentrum errichtet? Wir wünschen auch keinen zusätzlichen religiösen Tourismus auf dem Platz.

BELÄSTIGUNG DURCH LÄRM UND DRECK VON BESUCHERN, PASSANTEN
Zu Spitzenzeiten, besonders bei gutem Wetter, wird unsere Straße als Hauptverbindungsstrecke zwischen Schanzenviertel und Kiez von Tausenden !! Besuchern genutzt, die auch auf dem Platz und der Straße verweilen. Auf der Kreuzung Wohlwillstraße/Thadenstraße/Beim Grünen Jäger wird Gehweg und Bordstein von Hunderten Besuchern belagert. Passanten pinkeln täglich an Hecken, Gebüsch, Bäume, zwischen die parkenden Autos, Hauseingänge und Torwege. Zerbrochene Glasflaschen und anderer Müll liegt auf Gehwegen, Hauseingängen, vor dem Grünen Jäger und dem angrenzendem Gelände. Hier sollte die Stadtreinigung bitte mit mehr Einsätzen auf die neue Situation angemessen reagieren.
Und mit steigendem Alkohol-Pegel steigt die Lautstärke (Geschrei) schon vor Mitternacht enorm an.

PARK NEUER PFERDEMARKT
Wir mögen die grüne Wiese mit dem alten Baumbestand so wie sie ist (wir finden sie nicht „schmuddelig“).
Wir haben kein Bedürfnis nach neuer Gestaltung, noch mehr „Belebung“, „Verbesserung“. Gerade das einfache Grün von Wiese und altem Baumbestand ist für uns schön. Es ist eine Wohltat, schöner Anblick, Lärm-Dämpfer, Sauerstoff-Spender an einer empfindlichen Verkehrs-Kreuzung dieses Viertels (Autos, Besucher). Wir möchten auch nicht, daß diese Wiese zu einer Liege-Wiese mit noch mehr Besuchern wird.

Das Viertel und unsere Gegend um den Pferdemarkt ist übersättigt und überstrapaziert mit Kultur und Party. Es gibt von allem bereits mehr als genug.

Wir wünschen uns als Anwohner ernst genommen zu werden und vertragen keine weiteren Belastungen.
Wenn es überhaupt etwas gibt, das unser Viertel braucht, so sind dies spezielle Orte für Anwohner (zb. Bürgertreffs, centro sociale, Jugendtreffs) und stille Plätze!

Kontakt: pferdemarkt.bleibt@gmx.de